Ergonomie am Arbeitsplatz

Jeder von uns hat den Begriff „Ergonomie“ in Verbindung mit dem Arbeitsplatz schon gehört. Aber was verbirgt sich wirklich hinter dem Begriff? In diesem Beitrag erläutern wir, für was Ergnomie steht aber vor allem warum Ergonomie am Arbeitsplatz kein Nice-to-have, sondern ein Must-have ist. Warum es gesundheitlich und betriebswirtschaftlich wichtig ist und präsentieren Tipps, um einen ergonomischen Arbeitsplatz einzurichten.

Ergonomie, was ist das?

Der Begriff Ergonomie kommt aus dem Griechischen. Die Silbe „ergon“ bedeutet „Arbeit, Werk“ und „nomos“ steht für „Gesetz, Regel“. Daher verstehen wir unter „Ergonomie am Arbeitsplatz“ ein Arbeiten, das unserer Gesundheit nicht schadet, sondern im Gegenteil gesundheitsfördernd ist. Konkret: wie muss ein Arbeitsplatz gestaltet sein, um körperliche Belastungen und Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten?

Die erste Definition des Begriffs Ergonomie stammt von Wojciech Jastrzebowski aus dem Jahr 1857:

Ergonomie ist ein wissenschaftlicher Ansatz, damit wir aus diesem Leben die besten Früchte bei der geringsten Anstrengung mit der höchsten Befriedigung für das eigene und für das allgemeine Wohl ziehen.

Das Ergonomie-Konzept

Das Ergonomie-Konzept für die Arbeitsplatzgestaltung setzt an drei verschiedenen Punkten an:

1| Arbeitsplatzgestaltung – bei der Arbeitsplatzgestaltung wie Schreibtisch, Bürostuhl, usw.

2| Umwelteinflüsse – bei den Umwelteinflüssen am Arbeitsplatz wie Raumklima, Lichtverhältnisse, Lärm, usw.

3| Arbeitsbedingungen – bei den Arbeitsbedingungen wie regelmäßige Pausen, Unfallschutz, usw.

Produktivität um 20 bis 30 % steigern durch ergonomische Anpassungen!

Warum ist Ergonomie am Arbeitsplatz ein Must-have?

Wir wissen alle: falsches Arbeiten macht auf Dauer krank – besonders betroffen sind Büro- oder Bildschirmarbeitsplätze, aber auch die Pflege oder Fließbandarbeit.

Wir schauen uns hier den Büroarbeitsplatz näher an: Das Sitzen am Schreibtisch und vor dem Computer belastet besonders die Rückenmuskulatur und Wirbelsäule. Wir verharren stundenlang in einer für den Körper unnatürlichen Haltung, was über kurz oder lang zu gesundheitlichen Beschwerden führt. Ein unergonomischer Arbeitsplatz in Kombination mit zu wenig Bewegung führt häufig zu schmerzhaften Verspannungen im Rücken, insbesondere der Schultern und des Nackens. Aber auch Augenprobleme, Kopfschmerzen und Durchblutungsstörungen können auftreten.

Eine Studie der pronova bkk zeigt, dass ein Viertel aller deutschen Beschäftigten über chronische Rückenleiden klagt. Und das ist keine Frage des Alters: selbst jüngere Arbeitskräfte zwischen 18 und 29 Jahren gaben an, unter Rückenschmerzen zu leiden. Nur ein kleiner Teil, nämlich 14 Prozent, in dieser Altersgruppe sind von Problemen mit dem Haltungsapparat verschont.

Neben den gesundheitlichen Aspekten hat Ergonomie auch wirtschaftliche Auswirkungen, die nicht übersehen werden sollten. Wenn Mitarbeiter:innen gesund und sicher arbeiten können, steigt die Produktivität im Betrieb. Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts belegt, dass eine durchschnittliche Produktivitätssteigerung von 20-30% möglich ist, wenn in ergonomische Maßnahmen investiert wird. Es gibt weniger Krankenstände und Fluktuation, die Konzentration ist besser und die Angestellten zufriedener.

Wie sieht nun ein ergonomischer Arbeitsplatz aus?

Die beiden wichtigsten Kriterien sind Schreibtische und Bürostühle. Diese müssen gut zusammenspielen und auf die jeweilige Arbeitskraft abgestimmt sein, um ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen.

Der optimale Schreibtisch

Nicht jede Tätigkeit und jeder Arbeitsplatz erfordern dieselben Maße bei einem Schreibtisch. Je nachdem, für welche Arbeiten ein Schreibtisch genutzt wird, ergeben sich andere Maße. Es gibt zum Beispiel kleine Schreibtische mit 120 x 80 cm, diese eignen sich als Laptop-Arbeitsplätze.

Die Mindestgröße hingegen für einen ergonomischen Arbeitsplatz liegt bei 160 x 80 cm. So hat man genügend Bewegungsfreiheit und Ablagefläche für ständig benötigte Arbeitsutensilien. Mittlerweile hat nicht jeder im Büro einen eigenen Schreibtisch, oft wird der Arbeitsplatz mit anderen Mitarbeiter:innen geteilt, das sogenannte Desk Sharing. Hier sind elektrisch höhenverstellbare Tische eine gute Möglichkeit, eine individuelle Arbeitshöhe und Anpassung an die Körpergröße zu ermöglichen.

Aber auch, wenn Arbeitstische nicht geteilt werden, sind Steh-Sitz-Arbeitstische aus ergonomischer Sicht ideal. Sie ermöglichen ein wechselndes Arbeiten im Stehen und Sitzen und so die statische Sitz-Position aufzubrechen und ungünstige Körperhaltungen zu vermeiden. Wer an einem höhenverstellbaren Tisch arbeitet, bewegt sich mehr, vermeidet Haltungsschäden und steigert seinen Kalorienverbrauch. Aber Achtung, auch beim Arbeiten im Stehen können sich einige Fehler einschleichen. Daher prüfen Sie immer wieder Ihre Haltung.

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Tipps von kühnle’waiko zum richtigen Arbeiten im Stehen:

  • Die Höhe der Arbeitsfläche ist entscheidend. Egal ob Sie im Sitzen, Stehen oder Halbstehen auf einem Stehhocker arbeiten, die Unterarme sollten immer locker auf der Arbeitsfläche aufliegen können.
  • Die Schultern sollten entspannt und nicht hochgezogen werden.
  • Für einen guten Stand sorgen flache Schuhe.
  • Wenn das Stehen für Sie ungewohnt ist, lassen Sie es langsam angehen. Immer wieder kürzere Zeitspannen im Stehen arbeiten, dann wieder im Sitzen. Lassen Sie dem Rücken und Körper Zeit, sich an die neue Arbeitsposition zu gewöhnen.

Sitzen, aber richtig

Nachdem wir die meiste Zeit im Büro im Sitzen verbringen, sollte hier besonders auf eine gute Sitzposition geachtet werden. Wichtig ist hierbei, dass sowohl zwischen Ober- und Unterschenkel als auch zwischen Ober- und Unterarmen ein Winkel von mindestens 90°ermöglicht wird. Der Bürostuhl muss daher unbedingt eine höhenverstellbare Sitzfläche haben, optimalerweise auch höhenverstellbare Armlehnen. So lässt sich entsprechend der Körpergröße die optimale Position einstellen.

Zu bevorzugen sind Bürostühle, die ein dynamisches Sitzen unterstützen. „Dynamisches Sitzen“ bedeutet, dass verschiedene Sitz-Positionen (vorgebeugt und zurückgelehnt), aber auch eine Gewichtsverlagerung nach rechts und links möglich sind. Ein Bürostuhl mit einer beweglichen Sitzfläche und einer individuell einstellbaren Rückenlehne wird diesem Anspruch gerecht.  Dynamisches Sitzen kräftigt die Rückenmuskulatur und fördert die Durchblutung.

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Das technische Equipment

Auch beim Monitor und der Tastatur ist einiges in punkto Ergonomie zu bedenken. So sollte der Monitor mindestens 55 cm von den Augen entfernt aufgestellt werden. Spiegelungen und direktes Gegenlicht ist zu vermeiden, der beste Ort ist parallel zum Fenster. Die oberste Zeile des Monitors soll auf Augenhöhe oder leicht darunter sein, keinesfalls sollte man zum Monitor „aufschauen“ müssen.

Beim Tippen auf der Tastatur soll der Handballen auf dem Tisch aufliegen können. Empfohlen wird daher eine Abstand von der Tischkante von 10 cm. Mit einer zusätzlichen Handballenauflage können die Handgelenke zusätzlich entlastet werden.

Die Schreibtischlampe ist ebenfalls ein wichtiges Element für einen ergonomischen Arbeitsplatz. Es empfiehlt sich, eine bewegliche und verstellbare Lampe zu nehmen sowie ein möglichst helles Leuchtmittel zu wählen, um damit komfortabel am Schreibtisch arbeiten zu können. Moderne LED-Lampen sind dabei besonders sparsam im Energieverbrauch und leuchten taghell, ohne dabei zu blenden. Je nach Arbeit wird auch eine andere Belecuhtung benötigt, beim Lesen oder schreiben eines Papierdokumentes wird ein anderes Licht benötigt als beim Tippen am Bildschirm.

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Weitere Ergonomie-Tipps von kühnle’waiko:

  • Achten Sie beim Platzieren des Arbeitsplatzes im Raum auf genügend Bewegungsfreiheit. Ein ergonomischer Bürostuhl bringt nicht viel, wenn die Bewegungsfläche sehr eingeschränkt ist. Mindestens 1,5 m² pro Arbeitsplatz sollten es schon sein.
  • Lärm am Arbeitsplatz behindert die Leistung und Produktivität. Der Geräuschpegel sollte unter 55 db(A) liegen. Zu viel Lärm kann mit Akustikpaneelen an Decke oder Wand entgegengewirkt werden. Auch Akustik-Stellwände zwischen den Arbeitsplätzen reduzieren den Schall und bieten gleichzeitig Sichtschutz.
  • Wenn die Luft zu trocken ist, treten häufig Erkältungen auf. Zu feuchte Luft hingegen erhöht das Schimmelrisiko. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40-60%. Abhilfe schaffen Geräte zur Luftbefeuchtung bzw. -entfeuchtung.
  • Stehen arbeiten, dann wieder im Sitzen. Lassen Sie dem Rücken und Körper Zeit, sich an die neue Arbeitsposition zu gewöhnen.

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